Woesteschule Hemer
"offen und vielfältig miteinander lernen und leben"

Methodentraining

 'Die Grundschule hat die Aufgabe, durch fördernde und ermutigende Hilfe zu den systematischeren Formen des Lernens allmählich hinzuführen und damit die Grundlagen für die weitere Schullaufbahn zu schaffen.'

 (AO-GS § 1 Abs.3 Ziel des Bildungsgangs in der Primarstufe)

Zu den zentralen Aufgaben der Grundschule gehörtes, die Selbständigkeit und Selbsttätigkeit eines jeden Schülers zu fördern und zu fordern. "Bildung als Selbstbildung" ist das Grundkonzept unseres auf Mündigkeit zielenden UnterrichtskonzepteIn einer Zeit der Medienvielfalt, die uns tagtäglich mit einer neuen Informationsflut konfrontiert, erachten wir es als wichtig, die Schüler/innen möglichst frühzeitig zur selbstbestimmten und selbstverantworteten Auseinandersetzung mit den Lerninhalten zu führen. Da es zudem unterschiedliche Lerntypen und Lernvoraussetzungen zu berücksichtigen gilt, ist das Erreichen der o.g. Ziele an Lern- und Arbeitstechnikengekoppelt, die den Kindern helfen, sich mit Themen selbsttätig auseinander zusetzen und die anstehenden (Lern-) Aufgaben sachgerecht und differenziert zu lösen. Besonders in den Klassen 3 und 4 ist das selbstständige Anwenden können von Lerntechniken wichtig, da deren Beherrschung in den weiterführenden Schulformen eine bedeutende Rolle zukommt.

 Im Laufe der Grundschulzeit sollen die Schüler/innen mit folgenden Formen des Lernens vertraut gemacht werden:

1. Vertraut werden mit unterschiedlichen Arbeitsformen:

  • Partnerarbeit
  • Gruppenarbeit
  • Projektorientiertes Arbeiten

  2. Organisationsformen zum selbständigen Erlernen und üben von Lerninhalten:

  • Präsentation der Lernangebote in speziellen Lernecken (Arbeitsanleitungen, übungsmaterialien, Texte und Bildmaterial, Karteiarbeit mit Selbstkontrolle). Die Lernecken enthalten  differenzierte Angebote bezogen auf die Interessen und Bedürfnisse der Schüler/innen und die Leistungsanforderungen.
  • Stationentraining (beschreibt das zusammengesetzte Angebot mehrerer Lernstationen, das die Kinder im Rahmen einer übergeordneten Thematik bearbeiten und unter Umständen teilweise selbst mitgestaltet haben.)
  • Tagesplan / Wochenplanarbeit (Diese Unterrichtsorganisation enthält Pflicht-, Wahlpflicht- und Angebotsteile, welche sich in der Regel auf das schulische Curriculum stützen. In einem verabredeten Zeitrahmen können die Schüler/innen in ihrem eigenen Arbeitsrhythmus, in selbst gewählten Arbeitsformen, in einer vorbereiteten Lernumgebung ihre Arbeitsschritte planen und selbständig ausführen sowie kontrollieren.)
  • Freie Arbeit (Im Gegensatz zum Wochenplan können die Kinder in der Freien Arbeit Art und Inhalt von Aufgaben, den Zeitaufwand und die Sozialform selbst bestimmen. Aus dem Angebot in den Lernecken können sie ebenfalls ihre Arbeiten frei auswählen.)
  • Werkstattarbeit (zu einer bestimmten Thematik, z.B. 'Frühling' steht ein Lernangebot, bestehend aus unterschiedlichen Aufgaben zu verschiedenen Fächern zur Verfügung, das  die Kinder innerhalb eines vereinbarten Zeitraums z. B. eine Woche bearbeiten. Es gibt Pflicht- und Wahlaufgaben.)

Die genannten Arbeits- und Organisationsformenwecken die Eigeninitiative der Kinder, fordern und fördern  das Selbstvertrauen in das eigene Leistungsvermögen und vertiefen das soziale Miteinander.

  3. Beherrschen elementarer Lern- und Arbeitstechniken:

  • übungen zum systematischen Lesen:
  • Fragen beantworten
  • übungen zur Förderung des Lesetempos (Blickspanneerweitern, überlesen von Texten)
  • wichtige Informationen, Schlüsselbegriffe durch Markierung hervorheben
  • Texte in Abschnitte gliedern und überschriften dazufinden, Abschnitte ordnen
  • Fragen entwickeln

  • Quellen der Informationsbeschaffung nutzen:
  • Nachschlagewerke unterscheiden und nutzen lernen (Duden, Wörterbuch, Lexikon, Telefonbuch, Atlas, Zeitung)
  • Umgang mit dem PC / Nutzung des Internets
  • Außerschulische Lernorte aufsuchen
  • Befragung von Personen

  • Informationen strukturieren und auswerten:
  • Stichwörter sammeln
  • Cluster anfertigen
  • Heftseiten mit Arbeitsergebnissen gestalten und bewerten
  • Arbeitsergebnisse visualisieren: Tabellen, Karten, Schaubilder, Wandzeitung

  • Vielfältige Schreibsituationen kennen lernen:
  • Schreiben zu Stichworten, Bildvorlagen, Reizwörtern, Erlebnissen
  • Reflexion und überarbeitung vorgetragener Texte (Schreibkonferenzen)

  • Methoden der Lernplanung anwenden  können:
  • Auswendiglernen mit System: Lernstrategien und -regeln erschließen
  • Gedächtnislandkarten erstellen (Mnemotechniken)
  • Problemlösendes Arbeiten organisieren

  4. Beherrschen elementarer Gesprächs- und Kooperationsformen:

  • Klassengespräch , Erzählkreis/ Gesprächsregelneinüben
  • Assoziatives Sprechen (Bild-, Begriffsassoziation)
  • Nach Stichworten erzählen, vortragen
  • Vortrag halten und visualisieren
  • Texte szenisch umsetzen, laut und deutlich sprechen, Blickkontakt zum Zuschauer herstellen
  • Diskussionen führen (Pro und Kontra Argumentation; sich auf Vorredner beziehen können, eigene Meinung vertreten können)
  • Sich an Partner- und Gruppenarbeit beteiligen
  • Konstruktive Kritik äußern und damit umgehen können
  • Soziale Sensibilität entwickeln

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Wer sich in der Grundschule Methodenkompetenz erworben hat, d.h. das Lernen gelernt hat, ist in der Lage, seinen Lernprozess selbständig zu organisieren:

Der Schüler, die Schülerin
* kann sich die Arbeitsziele selbst setzen
* kann den Arbeitsverlauf ordnen
* wird zielstrebig arbeiten
* wird bei kritischen Punkten Entscheidungen treffen
* wird den Arbeitsfortgang und die Ergebnisse selbständig kontrollieren
* kann seine Arbeitsergebnisse einschätzen und beurteilen

"Nur wer Lernen gelernt hat, wird immun sein gegen Manipulationsversuche einzelner Informationsträgerund wird gemeinsam mit anderen zu mündiger Selbstbestimmung finden."
(Rainer, W.: Lernen lernen. Ein Bildungsauftrag der Schule, Paderborn, 1981)

Zielvereinbarung :
In angemessenen Abständen soll in Teambesprechungen (Jahrgangsteams) überprüft werden, ob und inwieweit die Schüler/innen der einzelnen Klassen die angestrebten Gesprächs- und Kooperationsformen sowie Lern- und Arbeitstechniken beherrschen und an welcher Stelle weiterer übungsbedarf besteht. Es ist darauf  zu achten, dass die Kinder ihrem Alter entsprechend an diese Arbeitsformen herangeführt werden.